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In nur 11 Monaten bringt Siemens den Trafo für Swissgrid ans Netz und stellt somit einen Rekord auf.
Energie
2 min

Schnell in die Schweiz

Phasenschieber-Transformator in Rekordzeit ans Netz gebracht – mit Beteiligung des Siemens-Transformatorenwerks in Weiz.

Innerhalb von nur acht Monaten hat das Siemens Transformatorenwerk in Weiz drei Pole für einen Phasenschieber-Trafo der Netzgesellschaft Swissgrid hergestellt. Die Pole mit jeweils 333 Tonnen wurden vom steirischen Weiz nach Beznau in die Schweiz transportiert – auf Schiene und Straße, quer durch die Alpen durch den Gotthardtunnel. Damit konnte Siemens in einer Weltrekordzeit von nur elf Monaten einen Phasenschieber-Transformator ans Netz bringen. Was normalerweise rund zwei Jahre dauert, rettete die Schweiz aus einer drohenden Misere. In den Jahren zuvor war es im Winter bereits zu Stromengpässen gekommen. Nun sorgt der Trafo an einem neuralgischen Knotenpunkt dafür, dass bei Engpässen zuverlässig Strom aus dem Ausland importiert werden kann.

Wettlauf gegen die Zeit

Nach der erfolgreichen Lieferung eines Phasenschiebertransformators für das Umspannwerk Lavorgo im Jahr 2012, war Siemens Schweiz mit dem Kunden Swissgrid zusammengesessen, um über die Details eines Folgeauftrags für das Umspannwerk Romanel in der Nähe von Lausanne zu sprechen. Genau zu diesem Zeitpunkt, gab es in der Schweiz den Stromengpass; das war im Winter 2015/2016. Die beiden Blöcke des Atomkraftwerks Beznau waren abgeschaltet, die Speicherseen unterdurchschnittlich gefüllt. Die Schweiz musste riesige Mengen an Strom aus dem Ausland importieren. Das brachte die installierte Technik an ihre Grenzen. „Das Umspannwerk am AKW Beznau ist ein neuralgischer Knotenpunkt. Hier wird der Strom über ein 380-Kilovolt (kV)-Netz aus Deutschland und Frankreich in die Schweiz geliefert und muss auf das Schweizer 220-kV-Netz transformiert werden“, erklärt Armin Bolt von Siemens in der Schweiz die Zusammenhänge. Bolt versprach dem Kunden Swissgrid: „Im nächsten Winter habt ihr die Probleme nicht mehr! Wir liefern euch bis dahin einen neuen Phasenschieber. Versprochen.“ Der Wettlauf gegen die Zeit begann. Bolt informierte den Key Account Manager Walter Giger. Der griff sofort zum Telefon und sprach mit dem Einkauf. Die Idee: für die Beznau-Trafobank einen Pol vom bereits produzierten Transformator für Romanel abzweigen und nur zwei Pole neu bauen. „Der Kunde fand die Idee genial, hat aber gesagt, das schafft ihr nie. Das hat mich angespornt. Ich habe sofort mit dem Trafo-Werk in Weiz telefoniert und nachgefragt, ob wir innerhalb von neun Monaten liefern können. Nach zwei Tagen wurde mir bestätigt, dass wir das schaffen“, schildert Bolt.

Leistung für 666.666 Haarföhne

Statt nur zwei neuen Polen, wollte der Kunde schließlich drei plus eine Reserve-Einheit. Innerhalb von acht Monaten hat Siemens in Weiz drei Pole produziert, im Dezember 2016 geliefert und im Frühjahr 2017 zugeschaltet. Mit einer Leistung von 800 Megavoltampere (MVA) könnte der Phasenschieber-Trafo 666.666 Haarföhne gleichzeitig mit je 1.200 Watt auf Hochtouren laufen lassen. Alles in allem bestellte Swissgrid vier Phasenschieber-Transformatoren bei Siemens. Nach Lavorgo im Jahr 2012, Romanel und Beznau 2017, wird ab 2019 auch in Laufenburg, nahe der deutschen Grenze, ein 800-MVA-Phasenschiebertransformator von Siemens helfen, den Energiefluss durch die Schweiz zu regulieren. Alle vier stehen an wichtigen Netzknotenpunkten zu den Stromnetzen der angrenzenden Länder Frankreich, Italien und Deutschland.
Weitere Informationen:
 Was macht ein Phasenschieber-Transformator?Phasenschieber übernehmen in Stromübertragungs- und -verteilnetzen die Rolle des Pförtners. Sie erhöhen oder mindern Lasten. Sie steigern so die Stabilität des Netzes. Netzbetreiber setzen sie aber nicht nur zum Schutz ihres Netzes ein, sondern auch zur Erhöhung der Übertragungskapazität. So können sie teure Netzausbauten auf ein Minimum reduzieren. Die leistungsfähigen Transformatoren sorgen für Stabilität und Versorgungssicherheit im Stromnetz und sind damit ein wichtiges Werkzeug in der strategischen Netzplanung.Das Siemens Transformatorenwerk in WeizDas Transformatorenwerk in Weiz ist der weltweit größte Siemens-Standort für die Entwicklung und den Bau von Transformatoren und gilt innerhalb des Unternehmens als Kompetenzzentrum für Phasenschieber-Transformatoren. Das Werk ist darüber hinaus der größte Siemens-Produktionsstandort von Transformatoren für schlüsselfertige Windparks, sowohl im Onshore- als auch Offshore-Bereich. Im Werk ist das Know-how für die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung, Entwicklung, Vertrieb, Engineering, Projektmanagement, Logistik, Fertigung, Abnahmeprüfung und Endmontage auf der Anlage bis zur Inbetriebsetzung von Transformatoren gebündelt. Das globale Zentrum für Forschung und Entwicklung innerhalb der Siemens Transformatorengruppe wird von Weiz aus geleitet – außerdem hat sich der Standort als Zulieferwerk für die Kernblechfertigung etabliert. Derzeit sind rund 1.200 Mitarbeiter und Lehrlinge im Transformatorenwerk beschäftigt.Siemens Transformers Weiz
Neue Netzleittechnik für die Leitstelle von Swissgrid
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