Außenaufnahme des Museums Victoria in Melbourne, Australien
Siemens modernisiert sechs Gebäude von Museums Victoria in Melbourne.
Gebäude
3 min

Museum mit Zukunft

Geschichte gegen das Verschwinden schützen: Sechs Standorte der Museums Victoria in Melbourne werden zukunftsfit.

Museums Victoria in Melbourne, der größte öffentliche Museumsverbund Australiens, zieht jedes Jahr rund 2,5 Millionen Besucher an. Nun werden die insgesamt sechs Standorte des Verbunds fit für die Zukunft gemacht. Die Regierung des Bundesstaats Victoria hat Siemens beauftragt, die Gebäudemanagement-, Beleuchtungs-, Wasser- und Kühlsysteme in den Museums Victoria-Liegenschaften umfassend zu modernisieren.
Der Museumsverbund fällt in den Verantwortungsbereich des südaustralischen Bundesstaats Victoria. Die Staatsregierung hat das Projekt „Greener Government Buildings“ in Leben gerufen. Damit verfolgt sie eine grüne Strategie zur Verbesserung der Energieeffizienz und Reduzierung von Treibhausgasemissionen in bestehenden Regierungsgebäuden. Siemens nahm eine umfassende Anlagenstudie vor und entwickelte auf dieser Basis einen entsprechenden Maßnahmenplan. Die Erfolge des Modernisierungskonzepts sind bereits spürbar: Die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen wurden um 35 Prozent reduziert. Bis zum Ende der Vertragslaufzeit erwartet Siemens die Einsparung von 4.590 Tonnen CO2. Der Wasserverbrauch sank um sechs Prozent. Zudem wurde eine Reduzierung der Energieversorgungskosten in Höhe von 32 Prozent erreicht – das entspricht dem Stromverbrauch von 1.264 Durchschnittshaushalten.

Desigo CC trifft MindSphere

Die Einsparungen sind das Ergebnis einer ganzen Reihe sich ergänzender Maßnahmen. Das Gebäudemanagement im Melbourne Museum wurde mit der Gebäudemanagementplattform Desigo CC mit 3.000 Datenpunkten aufgerüstet. Das System führt die unterschiedlichen Gebäudedisziplinen zusammen und macht sie über eine Bedienoberfläche darstellbar und steuerbar. Die Managementplattform kann einzelne oder alle Gewerke von der Gebäudeautomation (Heizung, Lüftung und Klimatisierung) über Sicherheitssysteme und Brandschutz bis hin zur Lichtsteuerung integrieren. Im Melbourne Museum können so bestehende, aber bereits modernisierte Anlagen genutzt und mit Desigo CC in eine einheitliche Plattform integriert werden. Insbesondere im Hinblick auf starke Besucherfrequenzen und hohe Temperaturen, wie sie im australischen Sommer vorherrschen, kann die Gebäudemanagementplattform ihre Leistungsfähigkeit ausspielen.
Darüber hinaus installierte Siemens im Rahmen des Energieleistungsvertrags die Energie- und Nachhaltigkeitsplattform Navigator, die auf der offenen Industrie-Cloud MindSphere des Unternehmens basiert. Als einzige integrierte, cloudbasierte Plattform verfügt Navigator über leistungsfähige Analyse- und Berichtsfähigkeiten. Damit bleiben die wertvollen Informationen, die Sensoren, Aktoren und Co. liefern, nicht länger ungenutzt. Denn die anpassbare, skalierbare und benutzerfreundliche Software ermöglicht eine intelligente Auswertung der riesigen Datenmengen und generiert daraus in Echtzeit vernetzte und aussagekräftige Kennzahlen. Auf dieser Basis lassen sich zum einen detaillierte Verläufe, Berichte und Auswertungen, etwa für die Energieabrechnung und CO2-Berichterstattung darstellen und ausgeben. Die über Navigator gesammelten Daten von Museums Victoria werden an das Siemens Center geliefert, wo Ingenieurteams kontinuierlich Möglichkeiten zur Optimierung des Energieverbrauchs prüfen. Zudem können mit Navigator bewährte Services, die früher im OnSite-Management angesiedelt waren, mit neuen RemoteServices kombiniert werden. So checkt das System Geräte beispielsweise hinsichtlich einer Verschlechterung der Effizienz. Damit können zahlreiche Probleme schnell und lösungsorientiert aus der Ferne diagnostiziert und behoben werden.

Optimierung der Wasseranlage

In allen Gebäuden des Museumsverbunds wurden Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs umgesetzt. So ersetzte Siemens ein veraltetes luftgekühltes Wasserkühlsystem im Immigration Museum durch einen hocheffizienten Kühler mit Magnetlager. Im Melbourne Museum kommt die Lösung „Demand Flow“ zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen ganzheitlichen Ansatz zur Optimierung der Kaltwasseranlage. Die Lösung verwaltet Kühlanlagen anhand spezieller Steueralgorithmen, die die Umwandlung der konstanten Drehzahlen von Kondensatorpumpen, Kaltwasserpumpen und Kühlturmventilatoren in variable Drehzahlen erfordern. Dies erfolgt mit Hilfe von Frequenzumrichtern, die es den Demand Flow-Algorithmen ermöglichen, den optimalen Differenzdruck aufrechtzuerhalten. Ein übermäßiger Energieverbrauch durch Pumpen wird so gesenkt, die Gerätelaufzeit reduziert und die Leistung von Systemen mit niedriger Kühlwirkung gesteigert. Alle Anlagenfunktionen werden dabei vom Demand Flow Regler automatisch optimiert. Der Systemzugriff erfolgt über die Serviceplattform Navigator. Navigator übernimmt die Datenerfassung, die Ausgabe von Energieprofilen und die detaillierte Anzeige der Gerätebetriebsparameter.
Weitere Informationen:
Das Herzstück des Museumsverbunds ist das Melbourne Museum – mit 80.000 Quadratmetern das weiträumigste Museum der Südhalbkugel. Unter den zahlreichen Exponaten sticht eine Attraktion besonders heraus: In der sorgfältig überwachten Umgebung der „Forest Gallery“ sind unzählige Regenwaldpflanzen und lebende Wildtiere zuhause. Ein durch die Ausstellung fließender Bach beherbergt Süßwasserfische und Krebse. Ebenfalls Teil von Museums Victoria sind das 1880 vollendete, zum UNESCO-Welterbe zählende Royal Exhibition Building, das Wissenschaftsmuseum Scienceworks sowie das Immigration Museum.Insgesamt beherbergen die vier Ausstellungsorte sowie die beiden zu Museums Victoria gehörigen Lagereinrichtungen mit kontrolliertem Klima 17 Millionen Objekte.Museums Victoria
Desigo CC
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