Zwei Arbeiter stehen auf einer Brücke mit digital Layer
Digitale Wasserwirtschaft dank Siemens Software COMOS
Industrie
3 min

Digitale Wasserwirtschaft

Von Trinkwasserleitungen bis hin zu ganzen Kläranlagen: Software COMOS sorgt bei EDS 4.0 für höchste Wasserqualität.

Selbst wenn Österreich in einer glücklichen Lage ist: Wasser ist viel zu wertvoll, als dass man auch hierzulande leichtfertig damit umgehen sollte. Hinzu kommt das überlebensnotwendige Bedürfnis der Menschen, Wasser rund um die Uhr und in bester Qualität verfügbar zu haben. Vom Kanalsystem über Trinkwasserleitungen bis hin zu ganzen Kläranlagen muss alles reibungslos klappen. Ein Weg dazu führt über die Digitalisierung der betreffenden Anlagen, wobei im Hintergrund freilich eine leistungsfähige Software ihren Dienst verrichten muss. Nur so lassen sich die Versorgung sichern und gleichzeitig auch Instandhaltungskosten einsparen, Abläufe optimieren und zahlreiche Fehler von vornherein vermeiden. Kaum jemand in Österreich weiß das besser als Claus Salzmann, seines Zeichens technischer Geschäftsführer von EDS 4.0 (European Digital Services).

Im jungen, erst Ende 2016 gegründeten Unternehmen, hat Salzmann die Kompetenzen rund um die Themen Digitalisierung und Wasserwirtschaft gebündelt. EDS 4.0 hat beispielsweise die Stadtgemeinde Bischofshofen ins digitale Zeitalter geführt, indem man das Kanalsystem, Trinkwasserleitungen, Energieversorgungsleitungen sowie die Straßenbeleuchtung erfasst und mittels des Siemens-Life-Cycle-Engineering-Tools COMOS zusammengeführt hat. Zusätzlich wurden auch der Baumkataster, die Straßenbewertungen, sämtliche Verkehrszeichen mit den dazugehörigen Bescheiden, Bauamtsdaten sowie die gemeindeeigenen Bauten digital aufbereitet. Die einheitliche Datenplattform der integrierten Software-Lösung COMOS ermöglicht Anlagenplanern, -betreibern und -errichtern einen lückenlosen Informationsfluss von projektrelevanten Daten über alle Unternehmensebenen und Projektphasen hinweg.
Dieses Beispiel in Bischofshofen verdeutliche, so Salzmann, einen großen Vorteil von COMOS. „Für das Projekt Bischofshofen mussten wir nämlich Daten aus den unterschiedlichsten Quellen aufbereiten. Das Um und Auf sind daher die vorhandenen Schnittstellen. Ich muss schließlich die Möglichkeit haben, von allen erdenklichen Expertensystemen die Daten einzuholen, und genau das kann ich mit COMOS machen. Eine digitale Plattform lebt und stirbt bekanntlich mit ihren Schnittstellen.“ Und sollte wirklich einmal eine fehlen, wird vom Hersteller umgehend nachgebessert. „Feedbacks und Anregungen werden bei Siemens sehr ernst genommen. Binnen kürzester Zeit steht diese dann zur Verfügung“, lobt Salzmann die Zusammenarbeit. Dies spiele im Endeffekt auch für die Kunden eine große Rolle, schließlich möchten diese ihre Bestandstools auch weiterhin verwenden und nicht noch auf eine neue Software wechseln müssen.

Kläranlage 4.0

Insgesamt hat Salzmann bereits an 76 Kläranlagen in ganz Österreich mitgeplant, darunter auch an den beiden größten heimischen Anlagen in Wien und Linz. Auch die Verbandskläranlagen in Bludenz/Ludesch sowie Bruck an der Leitha wurden kürzlich von EDS 4.0 digital transformiert. Stellt man einen Bezug zur Einwohnerzahl her, heißt das: Die Abwässer von rund 70 Prozent aller Österreicher fließen in eine Kläranlage, an der Salzmann mitgeplant hat. Dabei leistet ihm die integrierte Softwarelösung COMOS schon bei der Planungs- und Errichtungsphase solcher Anlagen sehr gute Dienste. Durch die Speicherung aller Anlageninformationen in einer zentralen Datenbank ermöglicht es COMOS allen am Projekt beteiligten Gewerken und Mitarbeitern, stets auf dieselben Objektdaten zuzugreifen. Die gesamte Anlage bis hin zu einzelnen Bauteilen kann funktionsorientiert und fachübergreifend betrachtet und weiterentwickelt werden – quasi in Echtzeit. Dadurch wird auch ein lückenloser Informationsfluss von projektrelevanten Daten über alle Unternehmensebenen und Projektphasen hinweg gewährleistet.

Simulationen leichtgemacht

Aufgrund der umfangreichen Datenbasis bildet das genaue Wissen um die Anlage die perfekte Basis für Simulationen. COMOS ermöglicht die virtuelle Inbetriebnahme der Anlage um Prozesse bereits vor dem Echtbetrieb zu optimieren. Das spart Kosten, ermöglicht eine Optimierung der Anlage und trainiert gleichzeitig das Personal. Sehr hilfreich ist dabei ein simples Ampelsystem, welches sekundengenau Auskunft über den Zustand des Systems gibt. Kurz gesagt: Leuchtet es irgendwo rot auf, besteht in diesem Bauteil ein Problem. In diesem Sinne warnt Salzmann allerdings davor, COMOS als Prozessleitsystem zu sehen. „Das ist es nämlich nicht, steuern tun wir mit anderen Systemen. Viele verstehen das aber leider nach wie vor falsch.“ Dass es auch zukünftig viel zu entwickeln geben wird, steht außer Frage. Schließlich arbeitet EDS 4.0 derzeit an einem echten Megaprojekt. „Seit rund einem Jahr arbeiten wir an der Digitalisierung der kompletten Wiener Wasserversorgung – inklusive der beiden Hochquellleitungen. Die ersten Schritte sind zwar bereits gesetzt, es ist aber noch sehr, sehr viel zu tun“, erzählt Salzmann nicht ganz ohne Stolz.
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