Trinkwasser aus dem Wasserhahn
Infrastruktur
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Hightech für den Schlüssel zum Leben: Eine kurze Geschichte des Wassers, Teil 4

Erfolgsstory der Woche: Wiener Wasser

Die Trinkwasserversorgung Wiens ist für einen Großstadt einzigartig! Über die Hochquellenleitungen wird das Wasser aus den Gebirgsstöcken Rax-Schneeberg bzw. Hochschwab jeweils über mehr als 200 Kilometer in die Bundeshauptstadt transportiert.

Wiener Wasser steuert mit Hilfe von Siemens-Technik…
•    3.000 Kilometer Leitungen
•    100.000 Hauswasseranschlüsse 
•    30 Pumpwerke 
•    11 Hochbehälter 
 sowie Trinkwasserkraftwerke, Messstellen und Aufbereitungsanlagen.

Versorgungssicherheit bei Trinkwasserversorgung steht an oberster Stelle
Aber gehen wir noch einen Schritt zurück. Die Magistratsabteilung 31 – Wiener Wasser - versorgt mit über 103.000 Anschlussleitungen die österreichische Bundeshauptstadt mit Trinkwasser, welches über die 1. und 2. Hochquellenwasserleitung nach Wien gelangt (Details: Grafik auf wien.gv.at). Die beiden jeweils über 200 Kilometer langen Hochquellenleitungen mit 90 Quellen sowie 11 Hochbehältern und 11 Trinkwasserkraftwerken sind an die Leittechnik angebunden. Anfang Oktober 2017 nahm der von Siemens realisierte neue Leitrechner den Betrieb auf. Im Zuge der Arbeiten wurde auch die Netzwerktechnik in Wien erneuert. In der Betriebszentrale von Wiener Wasser kommen sämtliche Daten und Informationen aus dem weitverzweigten Leitungsnetz zusammen. In Summe sind das rund 48.000 Signale – wie zum Beispiel Pegelstände, Energieverbrauchsdaten, Betriebs- und Störmeldungen und der Zutrittskontrolle, die über ein weit verzweigtes Datennetzwerk in den mehrfach redundanten Serversystemen verarbeitet werden. In Sachen Trinkwasserversorgung sind Stabilität und Sicherheit die wesentlichen Kriterien. Das mit Unterstützung von Siemens entstandene Netzwerk sowie die Implementierung hochmoderner Ausfallkonzepte, einer katastrophensicheren Bedienung und redundanter Server sichern die Trinkwasserversorgung Wien bestmöglich ab. Das Gesamtsystem ist nach außen hin isoliert aufgebaut und so vor Cyberattacken geschützt.

Digitalisierung als Grundstein für neue Infrastrukturprojekte
Mit dem neuen Leitrechner hat die Stadt Wien einen großen Schritt in Richtung „Wasser 4.0“ gesetzt. Mit Hilfe des Life-Cycle-Engineering-Tools COMOS konnten alle Komponenten der Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik bereits in die Planungs- und Engineeringphase integriert und alle Anlageninformationen auf der COMOS-Plattform gespeichert werden. Es entstand einerseits eine wertvolle Datenbasis für die spätere Simulation und Optimierung von Anlagenbetrieb und -wartung bzw. für Training des Betriebspersonals. Andererseits unterstützt die Zusammenführung der Informationen der unterschiedlichsten Systeme die Automatisierung von Abläufen mit großen Datenmengen wie hier am Beispiel der Wasserversorgung. In Zukunft sind auf Basis dieser Datenbank Netzwerksimulationen und hydraulische Analysen für weiterführende Anwendungen realisierbar. Das SCADA-System WinCC OA (Open Architecture) stellt im Verbund mit dem Fernwirksystem und den bewährten SIMATIC S7-300-Steuerungen Redundanz und Hochverfügbarkeit sicher. Der Grundstein dafür wurde von Siemens mit der neuen Leitzentrale bei Wiener Wasser gelegt.

Wasseraufbereitung für Industrie und Infrastruktur
Wasseraufbereitung ist z.B. auch im Bereich Fernwärme ein Thema für Siemens. Hier muss das zur Wärmeübertragung genutzte Wasser zuerst aufbereitet werden, da es vielfach die Fernwärmeleitungen schädigen würde. Siemens sieht die Aufbereitung von Wasser und der damit verbundenen Prozessautomatisierung und -optimierung als Zukunftsmarkt, zumal auch in den meisten Industriebranchen immer höhere Maßstäbe an die Qualität des Prozesswassers gelegt werden. Besonders gilt dies für die Nahrungs-/Genussmittelerzeugung sowie die Chemie- und Pharmaindustrie.