Nachhaltigkeit
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Klimacheckerinnen und Klimachecker at Work

Lehrlinge bringen Klima- und Umweltschutz in oberösterreichische Leitbetriebe

Die aktuelle Energiekrise führt schmerzlich vor Augen, wie abhängig große Teile der Industrie und Wirtschaft und damit auch die gesamte Gesellschaft von fossiler Energie sind. Neben dieser akuten Gefahr für die gesamte Volkswirtschaft ist aber die Bedrohung, die durch die Klimakrise ins Haus steht eine noch weit größere. Die einzige gute Nachricht ist aber, beide Krisen können mit einer einzigen Maßnahme bewältigt werden: Klimaschutz. Mit einer engagierten Energiewende und nachhaltigen Klimaschutzmaßnahmen gelingt es nicht nur, den CO2-Verbrauch auf null zu bringen, zusätzlich wird die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit auch die Fesseln von despotischen Kriegstreibern und autoritären Systemen gelöst.

Mit dem Projekt „Klimachecker:innen at Work: Lehrlinge als Klimabotschafter:innen“ soll das Anliegen des Klima- und Umweltschutzes in ansprechender, auf Partizipation beruhender Form, näher zu bringen, angestoßen und ein Umdenken und -lenken mitten aus den Betrieben begonnen werden. 

Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr wird das Projekt „Klimachecker:innen at Work – Lehrlinge als Klimabotschafter:innen“ vom Klimabündnis Oberösterreich auch heuer wieder durchgeführt.

Im Rahmen dieses Projekts erhalten Lehrlinge eine umfassende Ausbildung zum Thema Klimaschutz und Klimawandelanpassung und bringen anschließend ihr neu gewonnenes Wissen in ihrem Unternehmen ein. So entstehen konkrete Erfahrungen, von denen sowohl die Jugendlichen als auch die Unternehmen profitieren. Die Lehrlinge entwickeln ein Klimaschutzprojekt speziell für ihre Arbeitsstätte, um auch Kolleginnen und Kollegen mit dem Thema in Berührung zu bringen und zum Handeln zu motivieren. Es beginnt ein dynamischer Prozess und das Thema Klimaschutz wird im Unternehmen verankert. Ganz unterschiedliche Betriebe in Oberösterreich haben sich für „Klimachecher:innen at Work“ angemeldet. Die Lehrlinge werden vom Klimabündnis OÖ betreut und während der gesamten Projektlaufzeit begleitet. Abgerundet wird die Wissensvermittlung durch Webinare und die Teilnahme am oberösterreichischen Jugendklimagipfel, bei dem sich die Jugendlichen austauschen und voneinander lernen können.

Projektziele

  • Konzeptausarbeitung und Umsetzung von konkreten Projekten zu den Themen Klima- und Umweltschutz im Unternehmen durch die Lehrlinge  
  • Wissensvermittlung zu Klimawandel und Klimaschutz, damit die Lehrlinge aktiv als Klimabotschafter:innen im Unternehmen agieren können
  • Eigenverantwortliches Handeln bei den Lehrlingen fördern, um sich aktiv 
    für den Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen und den unternehmerischen Beitrag zu erkennen  
  • Sichtbarmachen des Engagements der Lehrlinge in Bezug auf Klimaschutz im gesamten Unternehmen und dadurch Bewusstseinsbildung bei Mitarbeiter:innen
  • Identifikationssteigerung der Lehrlinge mit dem Unternehmen 
  • Teambuilding und Stärkung des Gruppenzusammenhalts zwischen den Lehrlingen  
  • Weiterbildung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Projektmanagement 
  • Positionierung der Unternehmen als attraktive Arbeitgeber und Stärkung der Corporate Social Responsibility 

Aus sechs oberösterreichischen Betrieben nehmen über 40 Lehrlinge am diesjährigen Projekt teil. Die Branchen der Unternehmen und die Lehrberufe sind genauso vielfältig wie die Umsetzungsideen. Bei Siemens Oberösterreich sind über 20 Lehrlinge, aufgeteilt in sechs Projektgruppen, mit dabei. 

Ideen und geplante Umsetzungsschritte der Klimachecker:innen

  • Freiflächen nutzen und Biodiversität am Betriebsgelände steigern 
  • Klimafreundliche Mobilität der Mitarbeiter:innen fördern 
  • Kreislaufwirtschaft stärken, indem vorhandene Ressourcen (bislang Müll: Kartonagen / PET Flaschen) in den Unternehmensprozess als Rohstoff zurückgeführt werden 
  • Energiesparpotentiale im Unternehmen aufzeigen und Maßnahmen umsetzen 
  • E-Ladestationen für Fahrräder und Roller am Betriebsgelände für die Mitarbeiter:innen zur Verfügung stellen die Lieferkette nachhaltiger gestalten 
  • Tipps für klimafreundliches Wohnen für Mitarbeiter/innen 

Doch nicht nur das Unternehmen und dessen Mitarbeiter/innen profitieren von den entwickelten Ideen. Die Lehrlinge ziehen Vorteile, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich, indem sie sich umfassendes Wissen zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz aneignen. Qualifikationen wie Projektmanagement und Nachhaltigkeit bringen den Jugendlichen Pluspunkte in der Arbeitswelt. Gleichzeitig ist auch das Bewusstsein über die eigenen Handlungsoptionen im Kampf gegen den Klimawandel ein wesentlicher Aspekt, der vermittelt wird.

Für das kommende Jahr gibt es bereits wieder viele Lehrlinge und Unternehmen, die teilnehmen wollen. Interessierte Unternehmen können sich beim Klimabündnis OÖ melden und ihre Lehrlinge für die Klimachecker/innen at Work anmelden. 

"Dieses Projekt zeigt einmal mehr auf, wie sehr unseren nachfolgenden Generationen das Thema Umwelt am Herzen liegt. Gerade bei uns bei Siemens wollten zahlreiche Auszubildende gleich von Anfang an dabei sein, um ihre Ideen im Rahmen dieses Projektes einreichen zu können. Ich bin höchst beeindruckt, mit welchem Engagement und Herzblut unsere jungen Mitarbeitenden an die Sache herangehen und ihren Teil für die Gesellschaft, ihre Mitmenschen und die Zukunft unseres Planeten leisten wollen. Ich unterstütze dies mit all meinen Möglichkeiten, denn es ist ein sehr wichtiges Projekt, das hoffentlich viele Nachahmungen finden wird."

Siemens-Oberösterreich-Niederlassungsleiter Günther Schallmeiner, der sich bei Klimabündnis OÖ und Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder für diese Initiative bedankt.

Ausbildung bei Siemens
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