Einblick in die aktuelle ASCR-Forschungsphase
Aktuelle Forschungsprojekte in aspern Seesatdt für marktnahe, skalierbare Ansätze auf dem Weg in eine klimafreundliche Energiezukunft.
© Siemens
Aktuelle Forschungsprojekte in aspern Seesatdt für marktnahe, skalierbare Ansätze auf dem Weg in eine klimafreundliche Energiezukunft.
Siemens Österreich betreibt seit 2013 gemeinsam mit Partnern eines der innovativsten Energieforschungsprojekte Europas in aspern Seestadt. Dort werden nachhaltige Energielösungen unter realen Bedingungen getestet. Die daraus gewonnenen Daten ermöglichen marktnahe, skalierbare Ansätze für eine klimafreundliche Energiezukunft. Über 150 Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen arbeiten an dem bislang einzigartigen Kooperationsmodell. Die aktuelle Phase des Aspern Smart City Research (ASCR)-Forschungsprojekts, die von 2024-2028 unter dem Motto „ASCR NeXt Level. 2028“ läuft, baut auf dem bereits etablierten „Living Lab“ und früher entwickelten Innovationen auf und strebt nach einer ganzheitlichen Lösung für die Energiezukunft im urbanen Raum.
Zuletzt wurde das Forschungsprojekt SENSE abgeschlossen und neben weiterlaufenden mit OpEN ein neues gestartet. „Unser Fokus in Aspern liegt auf intelligenten Netzen, zukunftsorientierter Gebäudetechnik sowie deren Interaktion. Mit jeweils unterschiedlichem, technologischem Fokus tragen die beiden Forschungsprojekte gemeinsam mit unseren Partnern dazu bei, die ehrgeizigen Klimaziele der europäischen Union durch die Integration erneuerbarer Energien und effizienter Nutzung von Infrastrukturkapazität zu unterstützen. Die Forschung in Aspern hat für uns messbaren Mehrwert – nicht nur im Bereich Energieforschung, sondern auch mit Produkten, die in Aspern konzipiert, entwickelt und getestet wurden. Mit Building X, Electrification X und Gridscale X hat Siemens Innovationen auf den weltweiten Markt gebracht, die wesentlich von der Forschungsarbeit in Aspern profitiert haben“, so Alfred Einfalt, Principal Key Expert bei Siemens Österreich. Auch Forschungsprojekte rund um KI-Anwendungen im Gebäude- und Verteilnetzbetrieb werden durchgeführt.
Das Projekt SENSE (Semantics-based Explanations of Cyber-physical Systems) sorgt für mehr Transparenz in Cyber-physischen Systemen (CPS) wie Smart Grids und intelligenten Gebäuden, die zunehmend komplexer, vernetzter und datengetrieben sind. SENSE kombiniert tiefgreifendes Systemwissen – etwa über Sensoren und Struktur – mit externen Einflussfaktoren wie Wetterbedingungen oder Energiepreisen. Das System reagiert auf interne Ereignisse und verfügt über den physikalischen Kontext bzw. Wissen über kausale Zusammenhänge. Auf Anfrage über ein KI-Interface kann es präzise und nachvollziehbare Erklärungen zum aktuellen Systemstatus oder einzelnen Ereignissen liefern. Das Projekt SENSE wurde von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) gefördert.
Ziel des Projekts OpEN (Operative Hüllkurven für DER auf Basis datengetriebener Modelle des Stromnetzes) ist die Erforschung des technischen Einsatzes von dynamischen Betriebsbereichen (Operativen Hüllkurven) als Flexibilitätsoption für die Planung und den Betrieb von Verteilernetzen mit einem hohen Anteil von dezentralen Energieerzeugungsressourcen in Österreich. Damit wird die Integration von dezentralen Energieressourcen unterstützt und ermöglicht, ohne die zulässigen Betriebsbereiche der Verteilernetze zu verletzen. Neben dem AIT als Koordinator und wissenschaftlicher Partner wird in diesem Projekt mit Kärnten Netz, Energienetze Steiermark, Netz Niederösterreich und dem ASCR-Joint-Venture-Partner Wiener Netze zusammengearbeitet. Das Projekt OpEn wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Klima- und Energiefonds gefördert.
Seit einiger Zeit erprobt Siemens im Technologiezentrum Aspern die Building-X-Plattform und deren Applikationen als Basis für zukunftsweisende Lösungen in der Gebäudetechnik. Die Plattform bietet offene Schnittstellen, auf deren Grundlage Siemens gemeinsam mit Partnern maßgeschneiderte Services entwickelt, die einen erheblichen Mehrwert für Gebäudebetreiber und -nutzer schaffen. Darüber hinaus arbeitet Siemens gemeinsam mit Partnern an Lösungen zur Überwachung und Berichterstattung weiterer Assets in der Gebäudetechnik. Durch datenbasierte Inspektionen können Fehler frühzeitig erkannt und Betreiber automatisiert per E-Mail informiert werden. Besonders zukunftsweisend sind KI-basierte Methoden, die auf Basis verfügbarer Daten und digitalisierter Erfahrungen mögliche Fehlerursachen identifizieren und individuelle Handlungsempfehlungen bereitstellen. Auch diese Services werden im Testbed der ASCR erprobt und gemeinsam mit den Partnern hinsichtlich ihres praktischen Nutzens evaluiert.
Die ASCR ist seit der Gründung im Jahr 2013 weltweit beachtet: Alleine 2025 haben über 600 Personen aus über 45 nationalen und internationalen Delegationen das Forschungsprojekt besucht. Auch die einzelnen Projekte finden international Anklang und Beachtung: Die Erforschung der Integration von E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur in städtische Niederspannungsnetze von Siemens Österreich und den Wiener Netzen im Rahmen eines Aspern-Smart-City-Research-Projekts wurde auf der CIRED-Konferenz in Genf präsentiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das dynamische Netzkapazitätsmanagement die Effizienz und Auslastung des Stromnetzes erheblich verbessern kann – und dass die intelligente Planung und Steuerung der Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.
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