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Christian Lettner

17.06.2026

Lesezeit 6 Min

Digitale Transformation

Christian Lettner

17.06.2026

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KI-Revolution in der Gebäudeautomation

Ein neuer KI-Assistent von Siemens unterstützt beim Engineering von Gebäudesteuerungen.

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KI-Revolution in der Gebäudeautomation

Wer heute ein modernes Gebäude plant und betreibt, kommt an intelligenter Steuerungstechnik nicht vorbei. Lüftungsanlagen, Heizungssysteme, Sensoren und Aktoren müssen konfiguriert, programmiert und aufeinander abgestimmt werden – ein Prozess, der bisher viel Handarbeit und tiefes Fachwissen erforderte. Die Software für einen Controller wurde bislang händisch in der Engineering-Umgebung programmiert: Geräte einzeln anlegen, Datenpunkte manuell konfigurieren, die kundenspezifische Anlagenkennzeichnung und Funktionslogiken Schritt für Schritt zusammenbauen. Um diese Vorgänge zu beschleunigen, setzt Siemens genau hier mit seinem neuen KI-Portfolio für seine intelligente Gebäudeautomationsplattform Desigo an.

Das erste Modul dieses Kundenangebots ist ein KI-Assistent, der direkt in die Engineering-Software ABT Site eingebettet ist. Per Knopfdruck öffnet sich ein Dialogfenster, das weit mehr bietet als eine einfache Suchfunktion. Der Assistent kennt nicht nur die Dokumentation des Tools, sondern das gesamte Automationsportfolio mit all seinen Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten. Der AI Assistant unterstützt bei der täglichen Arbeit – von Workflows und Best Practices bis hin zu konkreten Tipps für effizienteres Arbeiten. Vor allem aber hilft er dabei, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln: Anwendende können ihr konkretes Problem beschreiben und die KI schlägt passende Lösungsansätze vor sowie begleitet Schritt für Schritt bei der Umsetzung. Auch direkte Fragen zu einzelnen Funktionen werden zielgenau beantwortet.

© Siemens

Siemens ergänzt seine seine intelligente Gebäudeautomatisierungssplattform
Desigo mit einem neuen KI-Portfolio.

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde der KI-Assistent auf der Light+Building 2026 in Frankfurt – der Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik. Am Siemens-Stand konnten Fachbesuchende das Tool im Einsatz erleben und das Feedback fiel durchweg positiv aus: Anwendende schätzen vor allem, dass die KI-Informationen zielgerichtet aufbereitet und sofort nutzbar sind.

Erhebliche Zeitersparnis

Die Anwendenden des neuen KI-Assistenten sind Integratoren und Partner, die Siemens-Controller kaufen und in Gebäuden verbauen – von Bürokomplexen bis hin zu großen Krankenhäusern. Auch Siemens selbst nutzt das Tool bei Großprojekten. Technisch läuft der Assistent als Cloud-Applikation, die sich beim aktiven Engineering mit der lokalen Maschine verbindet, um direkt im Projekt mitarbeiten zu können. Für die User bedeutet der KI-Assistent eine erhebliche Zeitersparnis und eine niedrigere Einstiegshürde in die Gebäudeautomation. „Mit dem AI Assistant fügen wir nicht einfach nur ein weiteres Feature hinzu – wir verändern grundlegend, wie Engineering in der Gebäudeautomation funktioniert“, sagt Padmashil Pardikar, verantwortlicher Product Management Manager für Automation Engineering bei Siemens Schweiz. Dass sich dieser Wandel bereits im Tagesgeschäft bemerkbar macht, bestätigt Martin Lang, Leiter des Gebäudetechnikbereichs bei Siemens Österreich: „Für unsere Partner, aber auch uns selbst ist der KI-Assistent ein echter Gamechanger. Unsere Engineers können damit deutlich produktiver arbeiten und Projekte nahtloser umsetzen – von der ersten Konfiguration bis zur fertigen Anlage.“

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Der KI-Assistent ist direkt in die Engineering-Software eingebettet.

„Von der Idee bis zum Release etwa in acht Monaten. Das ist ein beachtliches Tempo – besonders für eine Domäne mit langen Innovationszyklen“, betont Lukas Krammer, Senior Research Scientist im Bereich Sustainable Energy Solutions bei Siemens Österreich. Hinter dieser schnellen Entwicklung steht ein übergreifendes Team aus den Bereichen Intelligente Infrastruktur/Gebäudetechnik, Technologie/Forschung und Vorentwicklung sowie Data & AI. Gemeinsam arbeiten sie als agiles Team mit kurzen Innovationszyklen. „Sobald ein neues von uns entwickeltes Feature von allen freigegeben ist, läuft es durch die Pipeline und ist sofort im Produkt sichtbar“, erklärt Ralf Bock-Oswald, AI & Machine Learning Engineer im Bereich Data & AI bei Siemens Österreich.

Die nächste Entwicklungsstufe des Desigo-AI-Portfolios geht deutlich weiter. Mit einer künftigen Erweiterung wird der Assistent vom Auskunftsgeber zum aktiven Mitarbeitenden. Dank der bereits vorhandenen Schnittstellen von ABT Site kann die KI künftig ganze Projekte anlegen, Geräte konfigurieren und Datenpunkte erstellen – alles auf Basis der Eingaben der User. So wird aus einer Projektbeschreibung eine fertige Softwarekonfiguration.

Wertvolles Feedback durch Kundennähe

Einer der Gründe, die das Entwicklungsteam zum schnellen Erfolg brachten, liegt in der Nähe zu den Kunden. Bereits nach dem ersten Proof of Concept wurden Anwendende unter anderem aus Österreich eingebunden, die täglich mit dem Tool arbeiten. Auch die jahrelange Zusammenarbeit im Forschungsprojekt Aspern Smart City Research (ASCR) erleichtert die operative Abstimmung zwischen dem Headquarter, der Region Österreich und den operativen Expert:innen. „Wir haben innerhalb der ersten Wochen schon Feedback von Schlüsselexpert:innen bekommen“, sagt Ralf Bock-Oswald. Diese kurzen Feedback- Loops stellen sicher, dass die Entwicklung nicht am Markt oder am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht. „Das ist ganz wichtig: Nicht den nächsten Assistenten entwickeln, sondern immer in sehr kurzen Zyklen genau das machen, was den Usern einen Vorteil bringt“, so Lukas Krammer. Die ausgeprägte Nähe zu den Kunden, die das Siemens-Geschäft in Österreich auszeichnet, trägt so direkt zur Qualität eines globalen Siemens-Produkts bei. Dass die Entwicklung in unter einem Jahr gelang, liegt auch an den Werkzeugen, die Siemens seinen Teams bereitstellt. Die modernsten Entwicklungstools mit den neuesten Modellen beschleunigen die Codeproduktion erheblich – und stehen den Teams ohne lange Wartezeiten zur Verfügung.

Über den/die Autor/in

Christian Lettner
Christian Lettner

Chefredakteur hi!tech