© Getty Images/iStockphoto
Artikel drucken

Was bedeutet der Europäische Green Deal für den Gebäudesektor?

Was Errichtende, Besitzende, Betreibende und Nutzende von Gebäuden wissen sollten.

Nachhaltigkeit

18.08.2022

Lesezeit 5 Min

Christian Lettner

Was zurzeit noch Empfehlungen sind, wird in absehbarer Zeit zum verpflichtenden Regelwerk gehören. Sicher ist: Die Vorgaben des Europäischen Green Deals haben schon jetzt, spätestens aber ab 2025, konkrete Auswirkungen. Da der Zeitraum zur Umsetzung des „Fit for 55“-Pakets sehr kurz ist und die Ziele hochgesteckt sind, muss rasch gehandelt werden. Nur durch das Setzen von zielgerichteten Maßnahmen lassen sich die Vorgaben in Österreich und in Europa gemeinsam erreichen.

Teilnehmer der Gesprächsrunde von Weka Industriemedien zum Thema Green Deal© Youtube/WEKA Industrie Medien
(Copyright: Youtube/WEKA Industrie Medien)

Mit dem europäischen Green Deal will die EU den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen, die bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt. Damit soll auch die klima- und energieorientierte Gebäudesanierung beschleunigt werden. Mitte 2021 hat die EU im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets – ein wichtiges Zwischenziel bis zur Klimaneutralität 2050 – sowohl existierende Regulatorien verschärfend überarbeitet als auch eine neue Gesetzgebung definiert, mit dem Ziel, Emissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber dem Ausstoß von 1990 zu reduzieren.

Diese Vorgaben haben massive Auswirkungen für Errichtende, Besitzende, Betreibende und Nutzende von Gebäuden. In Österreich wird mit 16 Einzelgesetzen und finanziellen Förderanreizen sichergestellt, dass die EU-Rechtsvorschriften mit dem Ziel für 2030 im Einklang sind. Im „Fit for 55“-Paket ist neben der Reduktion von Treibhausgasen um 55% bis 2030 eine Steigerung des Anteils der Nutzung erneuerbarer Energie bezogen auf den Gebäudesektor von derzeit 32% auf 49% enthalten. Weiters wurden die Energieeffizienzziele neu definiert: 36% für Endenergie und 39% für Primärenergie. Und schließlich hat die EU den öffentlichen Sektor der Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, mindestens 3% seines Gebäudebestandes jährlich zu renovieren (Heizung, Lüftung, Klima).

Rasches Handeln ist nötig

Dekarbonisierung, Bekämpfung von Energiearmut, die Renovierung öffentlicher und privater Gebäude, die Reduktion von Energieverbrauch und Treibhausgasen, die Integration von E-Mobilität, eine nachhaltige Berichterstattung inklusive Verbrauchsmonitoring oder das Benchmarking von Gebäuden – all das ergibt sich aus dem Green Deal, um die Gebäudesanierung in Richtung einer intelligenten Infrastruktur voranzutreiben und den Endenergieverbrauch zu senken.

Was zurzeit noch Empfehlungen sind, wird in absehbarer Zeit zum verpflichtenden Regelwerk gehören. Sicher ist: Die Vorgaben des Europäischen Green Deals haben schon jetzt, spätestens aber ab 2025, konkrete Auswirkungen. Da der Zeitraum zur Umsetzung des „Fit for 55“-Pakets sehr kurz ist und die Ziele hochgesteckt sind, muss rasch gehandelt werden. Nur durch das Setzen von zielgerichteten Maßnahmen lassen sich die Vorgaben in Österreich und in Europa gemeinsam erreichen.

Zu diesem Themenkomplex fand ein von TGA veranstalteter Round Table unter dem Titel „European Green Deal: „Der Status Quo ist keine Option“ statt. Teilnehmende waren u.a. Martin Lang Head of Smart Infrastructure Solutions and Services sowie Nicole Graf, Graduate Technical Trainee für Smart Infrastructure, von Siemens Österreich. Martin Lang ist seit 24 Jahren bei Siemens im Bereich Gebäudetechnik tätig. Zudem ist er Vorstandsmitglied von buildingSMART Austria. Der berufliche Schwerpunkt von Nicole Graf liegt in der Green-Deal-Strategieentwicklung, also darin, wie sich die europäischen Vorgaben auf den Markt bzw. das Portfolio auswirken. Themen der Gesprächsrunde waren auch die Energiebuchhaltung des Landes Niederösterreich sowie die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Landhotels Schicklberg in Oberösterreich.

Sehen Sie hier das Video „European Green Deal: „Der Status Quo ist keine Option“ vom TGA Round Table (WEKA Industrie Medien): https://tga.at/branche/european-green-deal-der-status-quo-ist-keine-option/

Ganzheitlicher Lösungsansatz

Unsere Expert:innen haben die richtigen Antworten auf die Anforderungen, die sich aus dem Green Deal ergeben und unterstützen Kunden ganzheitlich bei der Analyse ihrer spezifischen Situation. Als fokussiertes Technologieunternehmen mit umfassender Kompetenz u.a. in den Bereichen Gebäudemanagement, Automatisierung und Digitale Services gehen wir entscheidende Schritte weiter. Wir wissen, dass insbesondere der finanzielle Aspekt für Gebäudebetreibende von Interesse ist, schließlich entstehen rund 80% der Kosten im laufenden Betrieb.

Nachhaltige Produkte gepaart mit klassischen und digitalen Servicelösungen garantieren eine dauerhafte Energieeffizienzsteigerung und CO2-Reduktion über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Siemens tritt als Generalunternehmer auf, der als Lösungspartner von A bis Z zur Verfügung steht. Dazu gehören verschiedene Finanzierungsmodelle ebenso, wie das Know-how in Sachen Beantragung von Fördergeldern, die für die Umsetzung der Ziele des Green Deals angeboten werden.

Mehr Informationen: Die Herausforderungen des EU-Green-Deal – Wir haben die passenden Lösungen für Sie

Über den Autor

Christian Lettner
Chefredakteur hi!tech